Angst vorm schwarzen Freitag – Wenn die Börsen verrücktspielen

Jetzt ist es wieder soweit, die Börsenkurse fallen ins Bodenlose. Viele Börsenanleger verkaufen in Panik Aktien, und je weiter die Kurse fallen, desto so mehr Aktienbesitzer trennen sich von ihren Wertpapieren.

Doch gibt es auch einen ausreichenden Grund dafür?

In den letzten Wochen hatten die politischen Verhandlungen in den USA über die Anhebung der Schuldenobergrenze (Demokraten und Republikaner hatten verschiedene Meinungen) die Nerven der Kapitalanleger stark strapaziert, da es dort erst in allerletzter Minute zu einer Einigung gekommen ist. Dieses Pokern bis zu letzten Minute führte auch zu einem wütenden Brief von großen Kapitalanlegern der Wall Street an die politisch Verantwortlichen in Washington. Ein weiterer Grund, der die Nervosität der Anleger verstärkt haben dürfte, ist die weiterhin schwelende Finanzkrise in verschiedenen Euroländern, die immer wieder Rettungspakete im Sinne des Solidaritätsprinzips nötig machen und die natürlich die Ökonomien der Geberländer belasten. Dies könnte dann dazu führen, das das momentane Wirtschaftswachstum zum Stillstand kommt und sich zu einer Rezession umkehrt.

Erst am gestrigen Donnerstag hatte Jean Claude Trichet, Chef der europäischen Zentralbank in seinem wöchentlichen Interview zur Lage an den Finanzmärkten entsprechende Besorgnis geäußert. Er begründete diese auch mit einer anhaltend hohen Inflation und hat in diesem Zusammenhang Leitzinserhöhungen für möglich gehalten. Hohe Leitzinsen sind aber Gift für die Börsen, da Banken sich dann Geld nur zu schlechten Konditionen von der EZB leihen können und tendenziell weniger bereit sind, sich zum Einen das Geld zu den entsprechenden Zinsen zu leihen und es auch an der Börse zu investieren. Den Finanzmärkten wird also auf diese Weise Geld entzogen, was natürlich zu sinkenden Kursen führt. Dies geschieht zum jetztigen Zeitpunkt , da an den Börsen immer die Zukunft vorweg genommen wird und mögliche Leitzinserhöhungen zum Zeitpunkt der Ankündigung der möglichen Zinserhöhung schon “eingepreist” werden und dann, wenn die Zinserhöhung von der EZB tatsächlich vollzogen wird, wahrscheinlich keine Reaktion zeigen wird.

Hinzu kommt im Moment an den Börsen die psychologische Stimmung, die in der Charttechnik erfasst wird, und dort ist eine wichtige Unterstützunglinie, die 200 Tage Durchschnittslinie durchbrochen worden und damit ein seit über zwei Jahren anhaltender Aufwärtstrend durchbrochen worden. Dies alles führte zu einer länger anhaltenden Verkaufswelle an den Börsen, die wohl noch eine Zeitlang weitergehen dürfte, da allein aus charttechnischen Gesichtspunkten die nächste Unterstützungslinie, die einen Aufwärtstrend symbolisiert, erst bei etwa 5800 Punkten liegt. Spätestens diese dürfte dann wohl aber wohl halten, das heisst , es wird an diesem Punkt eine Trendumkehr stattfinden und sich wieder verstärkt Anleger finden, die bereit sind, in die Märkte zu investieren.

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